Wir über Uns

Die Landesgruppe Berlin besteht derzeit aus rund 55 Mitgliedern, die überwiegend im Großraum Berlin/Brandenburg beheimatet sind und sich alle 14 Tage Donnerstags treffen. Die Treffen finden beginnend mit Donnerstag, den 11.01.201 fortlaufend in jeder geraden Kalenderwoche statt. Das gesellige Zusammensein beginnt um ca. 19:00 Uhr; um 20:00 Uhr ist die offizielle Eröffnung.

Obwohl die ältesten Fahrzeuge einiger Berliner Schnauferlbrüder vor der vorletzten Jahrhundertwende gebaut wurden (um 1895), sind natürlich auch Modelle der Baujahre bis um 1980 vorhanden. Nicht alle Schnauferlbrüder haben eigene Fahrzeuge - das tut dem Hobby keinen

Historie

Die Erfindung des Automobils im Jahre 1886 führte schon bald zu einem neuen gesellschaftlichen Bewusstsein. Während die einen, noch ängstlich vor diesem Fortschritt, gegen die neuen Benzinkutschen kämpften, begann sich bald die automobilbefürwortende Gesellschaft überall im Lande zu formieren.

Es blieb bei einem recht kurzen Interessenskampf - die Verlockungen durch das Automobil waren zu groß, das Bewusstsein, Vorreiter einer neuen technischen Epoche zu sein, zu stark.

Die ersten Automobilisten waren begeistert von den Möglichkeiten der neuen Technik. Die Konturen eines ganz neuen Wirtschaftszweiges - mit weitreichenden Verflechtungen - zeichneten sich ab.

Keine 15 Jahre nach Beginn dieser Entwicklung gründete eine kleine Gruppe "Autler" der ersten Stunde am 25. Mai 1900 den "Allgemeinen Spargel-Club". Ein wesentliches Begleitmotiv der Gründungsfeier in Nürnberg scheinen kulinarische Genüsse gewesen zu sein. Doch da der Name des Clubs dem Ernst der epochemachenden Erfindung der Herren Benz und Daimler in keiner Weise entsprach, wurde recht bald in "Allgemeiner Schnauferl-Club" umgetauft. Dabei ist man sich bis heute noch nicht ganz einig darüber, ob für diesen Namen das "Schnüffelventil" der damaligen Motoren Pate gestanden hat, oder die zeitweise schnaufenden Geräusche der frühen Ottomotoren.

Frühe Mitgliederverzeichnisse der ASC geben Namen wieder, die auch heute noch wohlvertraut klingen. Carl Benz und seine Söhne Eugen und Richard gehörten ihm ebenso an wie die Brüder Opel, Ferdinand Porsche, Carl F. W. Borgward, August Horch, Bernhard Stoewer, Ernst Sachs und Ettore Bugatti.

Einer der Hauptinitiatoren bei der Clubgründung war der bekannte Verleger Gusav Braunbeck, der der erste Präsident das ASC war. zu den unvergessenen Namen, die stets einen Ehrenplatz behalten, zählen auch Robert Bosch, Aleaxndre Darracq, August Euler, Ferdinand Graf von Zeppelin, Wilhelm Maybach und Heinrich Büssing - um nur einige zu nennen, die schon in der Frühzeit des Kraftfahrwesens internationale Anerkennung genossen. Aber auch weniger prominente Persönlichkeiten haben als treue Schnauferlbrüder und -damen dem ASC angehört. Fürsten, Grafen und Königliche Hoheiten fanden bei zahllosen gesellschaftlichen und sportlichen Veranstaltungen im Gespräch mit Konstrukteueren, Industriellen, Kaufleuten, Politikern und Rennfahrern auf einer herzlichen Ebene zueinander, die keine Unterschiede kannte und kennt. Als Schnauferlbruder ist man letztlich Automobilenthusiast und dieses Band hält auch heute einen internationalen Kreis Gleichgesinnter fest beieinander.

Der Club hat sich von Anfang an als engagierter Förderer der Motorisierung verstanden und dabei die technischen und behördlichen Hemmnisse auch mit viel Humor und Satire aufs Korn genommen. Außerdem befasste sich der ASC mit der Geschichte des Automobils und trat bei Korsofahrten und Wettbewerben der damals aktuellen Modelle an. Eine wichtige Rolle spielte hierbei das bereits im Gründungsjahr angelegte "Schnauferlbuch", das auf den Fernfahrten und "Concurrenzen" mitgeführt wurde und im Laufe der Jahre zu einer wahrhaft einmaligen Dokumentation über die Frühzeit des Automobils geriet. Bei den Russischen Winterfahrten hatte es ein Schnauferlbruder genauso im Gepäck wie eine Mannschaft, die das Rennen Paris-Berlin im Jahre 1901 mitmachte.

Autogramme, Gedichte, Zeichnungen, Widmungen, Lieder und Photographien füllten den Band zu einer ansehnlichen Sammlung wertvoller Aufzeichnungen. Auch hier dominierte der Humor. Es lohnt sich, unsere Seiten zu durchforsten - natürlich haben wir Abbildungen aus diesen ersten Clubbüchern eingearbeitet.
Weltweite Beachtung fand im Jahr 1908 das denkwürdige Autorennen New York-Paris. Natürlich war der einzige Teilnehmer aus Deutschland auch Schnauferlbruder: Hauptmann Koeppen auf Protos. Ein Alfred Neubauer gehörte ebenso zum Club wie Herrmann Lang und Rudolf Caracciola.

Den Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben des Clubs bildeten über Jahrzehnte die Schnauferl-Bälle aus Anlass der Internationalen Automobil-Ausstellungen in Berlin. Hier trafen sich alle, die rund um das Auto einen Namen hatten - als Hersteller, Händler, Zulieferer, Sportler oder prominenter Autofahrer. So ist es kein Wunder, dass sich die länger werdenden Mitgliederlisten des Clubs bald wie ein "Who is who" des Automobilismus lasen.

Große Teile des Clubarchivs gingen im Krieg verloren, so dass aus diese Jahren keine Aufzeichnungen mehr existieren. Aber schon am 19. November 1949 konnte die Wiedergeburt gefeiert werden - rechtzeitig vor seinem 50. Geburtstag.